Progressive Web Apps in 2020 – Vergleich zu nativen Apps

Progressive Web Apps: wo stehen sie im Vergleich zu nativen Apps in 2020?

Betrachtung des Status Quo mit Hinblick auf Gartners Prognose, dass in 2020 bereits 50 % aller kundenorientierten Apps von PWAs ersetzt worden sein sollen

Das Jahr 2015: Geburt der Progressive Web Apps
2015 war das Jahr, in dem die Progressive Web Apps – kurz PWA genannt – erstmals von dem Google Entwickler Alex Russell der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Die damals neue Technologie positionierte sich gegenüber nativen Apps als revolutionäre und komplett webbasierte App Alternative. Ein Fakt, den viele große Marken erkannten und selbst damit begannen, in die Implementierung einer Progressive Web App zu investieren. Das Marktforschungsinstitut Gartner veranlasste daraufhin folgende Prognose:

“By 2020, Progressive Web Apps will replace 50% of all consumer-facing native apps.”

Progressive Web Apps werden demnach bis 2020 50 % aller kundenorientierten nativen Apps ersetzt haben. Inwiefern sich diese Prophezeiung bewahrheitet hat, hat sich das Unternehmen AppYourself, welches ebenfalls auf Progressive Web Apps setzt und deren Etablierung unterstützt, angesehen. Die große Frage hier war: haben PWAs den App Markt in den letzten fünf Jahren stark beeinflusst oder blieben sie hinter den Erwartungen?

Recap: Eigenschaften von PWAs
Im Vergleich zu nativen Apps sind Progressive Web Apps auf keinen App Store angewiesen, sondern lassen sich im mobilen Browser aufrufen. Die Installation einer PWA erfolgt durch das Bestätigen eines Installations Banners, der die PWA auf den Homescreen des Smartphones
ablegt. Befindet sich die PWA auf dem Homescreen und wird darüber aufgerufen, ist sie äußerlich von einer nativen App nicht zu unterscheiden. Genau wie native Apps können Progressive Web Apps z.B. für Buchungen von Reisen oder Transaktionen in einem Online Shop genutzt werden – sogar im Offline Modus oder während einer stockenden Internetverbindung.

Brachten fünf Jahre den vorhergesagten Erfolg?
Klar ist, dass Progressive Web Apps einen bleibenden Eindruck in der App Welt hinterlassen haben. Die Aussicht, dass Apps von nun an im World Wide Web zu finden sein werden und damit die Hemmschwelle eines App Store Downloads faktisch zunichte macht, veranlasste große Marken wie Trivago, Twitter oder Flipkart dazu, PWAs zu entwickeln. Das Buchungsportal Trivago konnte seine Klickrate auf Buchungsangebote um 97 % steigern, beim Kurznachrichten Dienst Twitter wurden 75 % mehr Tweets über die PWA abgesetzt und das E-Commerce Unternehmen Flipkart erzielte eine 70 % höhere Conversion der Nutzer, die die PWA auf ihrem Smartphone abgelegt hatten. Diese Ergebnisse sind beeindruckend und zeigen, dass Unternehmen gewillt sind, in mobile Web Anwendungen zu investieren und den “mobile first Gedanken” weiterzuverfolgen. Trotz dieser bemerkenswerten Ergebnisse, stellte sich die erwartete Revolution des App Marktes nicht komplett ein.

Schleppende Revolution der PWAs
Unwissen der Unternehmen
Unsere Erfahrung zeigt, dass viele Unternehmen sich nicht bewusst sind, was PWAs sind und daher auch kaum Informationen für ihre Kunden und andere Stakeholder bereitstellen – mit Ausnahme der weltweit agierenden großen Unternehmen. Mittelständige oder kleine Unternehmen haben durchaus von der Technologie gehört, aber nutzen ihre vorhandenen Ressourcen oft für andere Bereiche als für die Implementierung einer Progressive Web App im Unternehmen. Dieser Ansicht ist auch der Tech Blog medium. Kürzlich hat auch t3n einen Artikel über die PWAs und deren Stand in 2020 veröffentlicht – auch hier zeigte sich, dass PWAs noch lange nicht angekommen sind, wo Gartner sie gesehen hat.

Kostenvorteil gegenüber anderen Anbietern auf dem Markt
Die Entwicklung einer kompletten App kann bei diversen Anbietern auf dem Markt je nach Funktionsumfang schnell mehrere zehn- bis hunderttausende Euro kosten. Mit Fokus auf das individuelle App Feature hingegen wird eine kostengünstigere und schnellere Alternative geschaffen. Im Vergleich zu anderen Anbietern kann hierbei ein Kostenvorteil von mindestens 50 % erreicht werden.

Nutzer sind immer noch native Apps gewöhnt
Laut des State of Mobile Reports 2020 von AppAnnie wurden allein in 2019 240 Milliarden Apps heruntergeladen – somit ist der weltweite App Download um 45 % gestiegen. Daher verwundert es auch nicht, dass viele Nutzer den Begriff App immer noch mit dem Weg in einen App Store verbinden. Eine App über den mobilen Browser zu erhalten, hat sich noch nicht in deren Bewusstsein verankert. Dieser Hürde versuchen Microsoft und Google zu begegnen, indem sie auch Progressive Web Apps im App Store anbieten. Ein Ansatz, der dazu führt, dass Nutzer ihr gewohntes Suchverhalten nach einer App nicht aufgeben müssen. Apple hingegen setzt weiterhin auf die Distribution von nativen Apps via App Store.

PWA oder native App: abhängig vom Use Case und Nutzungsart
Je nach Anwendungsfall und wie Apps genutzt werden, kann entschieden werden, ob eine native App oder eine Progressive Web App erstellt werden sollte. Das Buchen einer Reise führen die meisten Nutzer nur alle paar Monate aus. Für diese temporären Nutzer eignet sich demzufolge eine PWA eher als eine native App, die vielleicht nur zweimal im Jahr aufgerufen wird. Ein Shop, in dem Nutzer regelmäßig einkaufen, kann daher eher als native App umgesetzt werden. Welche App Art sich am besten eignet, muss jedoch vorher analysiert werden – Aufschluss geben ihr Nutzerdaten, z.B. welche Endgeräte, Nutzeranzahl und die Verweildauer. Ein Tipp: Unternehmen, die noch eine statische und nicht responsive Website besitzen, sollten diese in eine PWA umwandeln. Schnellere und zudem stabilere Ladezeiten sorgen dafür, dass Nutzer länger auf der PWA verweilen und möglicherweise einen Kauf tätigen.

Status Quo der Progressive Web Apps
Diverse Online Verzeichnisse listen unterschiedliche PWAs auf. Eines der bekanntesten ist PWA Directory. Bei der Suche im Google Play Store sind PWAs ebenfalls zu finden, z.B. Google Maps Go – die schlanke Version der nativen App Google Maps. Leider lässt sich nicht genau nachvollziehen wie viele Progressive Web Apps mittlerweile im Google Play Store veröffentlicht sind. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass die Menge an PWAs die ca. 2,89 Millionen nativen Apps im Google Play Store nicht überschreitet. Dennoch haben Progressive Web Apps gezeigt, dass auch Web Apps ihre Daseinsberechtigung haben. PWAs haben in 2020 noch keine Revolution eingeleitet und nativen Apps den Rang abgelaufen. Zum jetzigen Zeitpunkt leben PWAs und native Apps in einem großen App Ökosystem zusammen und werden – je nach Anwendungsfall und vorhandenen Ressourcen – von Unternehmen genutzt.

Aufgehoben ist nicht aufgeschoben: Ausblick in die Zukunft
Obwohl die PWA Technologie viele Vorteile bietet und die damit erzielten Ergebnisse für sich sprechen, ist sie noch nicht da angekommen, wo Gartner sie vor Jahren gesehen hat. Das heißt aber nicht, dass Progressive Web Apps zukünftig keine Rolle spielen. Im Gegenteil: Googles Entwickler arbeiten an weiteren Verbesserungen, Verbindungen zu nativen APIs und anderen Web Standards, die mit PWAs kompatibel sind und native Apps in vielen Bereichen überflüssig machen könnten.

Über AppYourself
AppYourself ist die App Plattform für die Entwicklung individueller Apps. Das Unternehmen setzt gewünschte App Features und Funktionen auf Basis bereits vorliegender Komponenten um. AppYourself ist seit mehr als acht Jahren – mit über 10.000 veröffentlichten Apps – auf dem Markt.

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